Es gibt sehr viele unterschiedliche Trennungsgründe. Bevor hier auf einige eingegangen wird, soll noch gesagt werden, dass interessanterweise unterschiedliche Trennungsgründe oft die gleichen Anzeichen einer bevorstehenden Trennung haben. Ursache und Symptom müssen also nicht (zwingend) miteinander zusammenhängen.

Trennungsgründe: Früher und Heute

Eine soziologische Studie zu Anfang Neunziger stellte große Unterschiede fest, bei den Ursachen für eine Trennung bei „hochinstitutionalisierten Paaren“, also verheirateten Paaren mit Kindern, und bei Paaren ohne Kinder (ob mit oder ohne Trauschein).

Bevor ein Paar mit Kindern sich trennte, mussten deutlich gravierendere Probleme in Erscheinung. Hierunter fielen dann finanzielle Probleme oder schwere Zerwürfnisse. Bei Paaren ohne Kinder reichte es oft „nur“ aus, wenn man sich auseinander gelebt hatte oder keine Interessen mehr teilte – ohne dass es zu einem offenen Konflikt gekommen wäre.

Vor wenigen Jahren scheinen die Differenzen zwischen Paaren mit oder ohne Kindern nicht mehr so klar, hingegen wird vorwiegend nach Geschlecht unterschieden: Was sehen Frauen als Beziehungsproblem? Was stellt für einen Mann einen Trennungsgrund dar?

Auch hier taucht wieder die Einschätzung, man habe sich auseinander gelebt, als wichtiger Trennungsgrund auf. Sich auseinander zu leben führt die Tabelle mit 37 Prozent an – wobei bei Männern jeder zweite dies als einen triftigen Trennungsgrund betrachtet, bei Frauen hingegen nur etwa jede Dritte. Die Unfähigkeit, miteinander zu reden, ist ein ähnlich gelagerter, weiterer Trennungsgrund (23 Prozent) ebenso wie die fehlenden gemeinsamen Ziele (17 %). Interessanterweise rangiert ein Seitensprung mit 21 Prozent weit hinter grundsätzlichen (Charakter-)Unterschieden (30%), Imbalance im Geben-Nehmen und unterschiedliche Bedürfnisse in Punkto Freiraum-Nähe (beide 26%).

Anzeichen für Beziehungsprobleme

Ein deutliches Anzeichen, mit dem ein Partner einem signalisiert „Ich will gehen!“, wäre eine negative Antwort auf alle Vorschläge, etwas gemeinsam zu machen. Man schlägt einen Kinobesuch vor oder einen Spaziergang; man fragt danach, wohin es im nächsten Urlaub gehen soll, oder ob der Partner mal wieder was zusammen mit einem Kollegenpaar machen will. Wenn man früher auf derlei Fragen eine enthusiastische Antwort bekam und das Vorgeschlagene dann auch in die Tat umgesetzt wurde, aber jetzt immer öfter (oder nur noch!) ein gemurmeltes „Ach nein, weiß nicht“ erhält: das ist ein klares erstes Anzeichen für eine bevorstehende Trennung.

Dieses Anzeichen kann aber auch auf einen ganz anderen Trennungsgrund zurückzuführen sein: der Partner oder die Partnerin unternimmt lieber Dinge mit jemand anderem. Er oder sie hat sich also schon die Nachfolgerin oder den Nachfolger ausgesucht. Oder er verbringt die Abende im Büro. Entweder das Büro ist hier die praktische Lüge und er ist woanders oder er sitzt tatsächlich lieber bei der Arbeit als zu Hause – man weiß gar nicht, was schlimmer wäre.

Ein Anzeichen dafür, dass das Büro eher ein Alibi ist, wäre ein erneut erwachtes Interesse am eigenen Erscheinungsbild. Plötzlich rasiert der Partner sich wieder regelmäßig und achtet auf Körperpflege. Oder sie schminkt sich wieder so sorgfältig und aufwändig wie in der ersten Verliebtheitsphase – das sind klare Anzeichen für eine baldige Trennung. Ob der Partner nun geht oder man selber genervt das Handtuch wirft, ist unerheblich.

Die gute Nachricht vom letzten Jahr, ebenfalls aus einem Focus-Artikel, ist: ungeachtet der steigenden Scheidungszahlen ist die durchschnittliche Länge einer Beziehung mit vierzehn Jahren doch beachtlich lang.

7 Responses

  1. Jennifer

    Trennungsgründe?
    Hm, ich denke, dass gibt es zuviele Kriterien!

    Wie lange ist man zusammen?
    Wie steht´s mit der Treue?
    Wer hat welche Ziele?
    Sind Kinder geplant oder schon da?
    Und soweiter ….
    Das sind alles Fragen und ich denke, es gibt auch viele Paare, di nur noch aus Gewohnheit zusammen sind und Angst vor der EInsamkeit haben! Das finde ich persönlich sehr schlimm!
    Die Gründe können so banalsein, aber auch so unterschiedlich bei jedem Paar.

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  2. Sylvie

    Kinder spielen auch oft dazu bei. Es ist mit einem mal ein ganz anderes Leben. Viel Freiheiten sind einfach weg, man ist oft am Abend geschlaucht, ….. Das verpacken auch viele Beziehungen nicht mehr 🙁

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  3. Peter Parkett

    Ich sehe solche Rankings immer skeptisch…. Gefühle in Zahlen zusammen zu fassen ist ja eigentlich nicht möglich.
    Es gibt so viel umstände und kleinigkeiten, die da mitspielen und eben nicht nur eine große Sache….

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  4. Silvi

    „Ein deutliches Anzeichen, mit dem ein Partner einem signalisiert „Ich will gehen!“, wäre eine negative Antwort auf alle Vorschläge, etwas gemeinsam zu machen.“
    Stimmt auch nicht immer. Bei meinem Verflossenen war es genau das – abgesehen von Urlaub, den haben wir einmal im Jahr gemacht. Aber sonst beschränkten sich unsere gemeinsamen Aktivitäten weitgehend auf gemeinsames Couching… Sehr traurig, daraus wurde eine Trennung trotz Liebe. Sicher selten und sehr hart für uns beide, aber für mich war das keine Option mehr für ewig. Elf Jahre war ich es zufrieden, aber irgendwann konnte ich mir nicht mehr vorstellen, für immer diese Beziehung auf die Weise fortzuführen.

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